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Was sind Schiffsfonds?

Ob Container-Schiff, Öltanker oder Massengutfrachter – Schiffsfonds investieren in alle Schiffsarten

Heutzutage werden etwa 95 Prozent des weltweit beförderten Gütervolumens zur See transportiert: Zahlreiche Waren werden von China mit dem Schiff nach Nordamerika und Europa transportiert, im Gegenzug bringen Massengutfrachter Kohle und Eisenerz in den fernen Osten. Insgesamt ist die Schifffahrt sehr eng mit der Entwicklung der Weltwirtschaft verbunden.
Ähnlich wie bei Immobilien wird bei Schiffsfonds das Investitionsobjekt an eine Reederei verchartert. Aus den Charterraten wird der Bankkredit bedient und die Schiffsbetriebskosten bezahlt. Dann folgen die Ausschüttungen an die Anleger. Die Charterraten werden oft in US-Dollar bezahlt, was zur Folge hat, dass auch der Wechselkurs US-Dollar-Euro eine Rolle spielt. Allerdings wird normalerweise eine Währungskongruenz angestrebt: Das heißt, dass Einnahmen, Ausgabe und Kreditfinanzierung in derselben Währung vorgenommen werden. Die Lebensdauer von Schiffen liegt bei ungefähr 30 Jahren. In der Regel kommt es nicht zu Wertsteigerungen, sondern vielmehr durch das steigende Alter und Abnutzung zu einem sukzessiven Wertverlust.

Die wichtigsten Investitionssegmente Geschlossener Schiffsfonds:

  • Container-Schiffe
  • Bulker (Massengutfrachter)
  • Tanker
  • Mehrzweckschiffe
  • (Fluss-) Kreuzfahrtschiffe

Die wichtigsten Anbieter von geschlossenen Schiffsfonds (gemessen am verwalteten Bestand):

  • MPC Capital
  • HCI Capital
  • NordCapital

(Quelle: bsi Bundesverband Sachwerte und Investmentvermögen e. V., Branchen Zahlen 2013)

Die wichtigsten Investitionssegmente von Schiffsfonds.
Container-Schiffe

In den letzten Jahrzehnten hat die Container-Schifffahrt ein rasantes Wachstum erlebt. Im Zeitalter der Globalisierung werden quasi alle Arten von Gütern in Containern transportiert. Der Containertransport ist kostengünstig, gerade auch aufgrund der großen Standardisierung in diesem Segment. Container-Schiffe werden anhand ihrer Kapazität in Größenklassen eingeteilt. Diese wird in TEU (=Twenty-foot Equivalent Unit) gemessen. Die Bandbreite reicht von 500 bis 1.000 TEU hin zu mehr als 12.000 TEU. In den vergangenen Jahren ging die Entwicklung hin zu immer größeren Schiffen. Dies ist zwar effizient, allerdings reduziert sich mit zunehmender Größe die Anzahl der Häfen, die solche Schiffe anlaufen können.

Bulker (Massengutfrachter)

Bulker transportieren trockene Massengüter und Schüttgüter (engl. Bulk = Masse) beispielsweise Getreide, Eisenerz, Kohle, Reis oder Zucker. Die Schiffe werden nach ihrer Größe in die Klassen Handysize, Supramax, Panamax und Capesize eingeteilt – wobei Handysize die kleinsten Schiffe und Capesize-Bulker die größten Schiffe sind. Capesize-Bulker sind so groß, dass sie nicht mehr durch den Suez-Kanal oder den Panama-Kanal passen. Sie werden hauptsächlich für den Transport von Eisenerz und Kohle für die Stahlproduktion eingesetzt.

Tanker

Tankschiffe transportieren alle Arten von flüssigen Stoffen, wobei der Transport von Erdöl mit Abstand am bedeutendsten ist. Beim Erdöl-Transport werden auch die größten Schiffe, die Rohöl-Tanker, eingesetzt. Es folgen die Ölprodukte-Tanker, Chemikalien-Tanker. Kleinere Segmente sind die LPG- und die LNG-Tanker, die verflüssigtes Gas (Liquified Petroleum Gas bzw. Liquified Natural Gas) transportieren.

Krise der Schiffsfonds

Der globale Schiffsmarkt befindet sich seit der Wirtschafts- und Finanzkrise in einer Krisenphase. Der Grund: In der Boomphase vor 2008 erreichten die Charterraten Höchststände. Die Folge davon war, dass große Mengen an Schiffen in Auftrag gegeben wurden. Aufgrund der Bauzeit von einigen Jahren kamen diese Schiffe erst auf den Markt als die Auswirkungen  der Wirtschaftskrise spürbar waren. Es kam zu massiven Überkapazitäten und einem regelrechten Einbruch bei den Charterraten. An diesem Problem leidet die Schifffahrt auch Jahre nach der Krise immer noch. Die Folge: Die Charterraten sind so niedrig, dass viele Schiffe nicht einmal genügend Einnahmen erzielen, um die Bankkredite zu bedienen, geschweige denn um die Betriebskosten zu bezahlen. In dieser Notsituation forderten viele Schiffsfonds von den Anlegern bereits geleistete Ausschüttungen zurück, um die Zwangsversteigerung abzuwenden. Dies genügte in vielen Fällen nicht. Laut Manager Magazin sind mittlerweile zwischen 200 und 300 Schiffsfonds insolvent geworden. Seit 2008 hätten Anleger mehr als 4 Milliarden Euro verloren.

Die Anbieter von Schiffsfonds weichen derzeit mehr auf andere Segmente aus, die weniger zyklisch sind. Beispiele sind Massengutfrachter, Kreuzfahrtschiffe, Flusskreuzfahrtschiffe und so genannte Schnäppchen-Fonds, die auf dem Zweitmarkt günstig Anteile an Schiffsfonds erwerben.

Zusammenfassung

Schiffsfonds waren lange das zweitwichtigste Segment unter den geschlossenen Fonds. Diese Zeiten sind seit 2008 vorbei. Eine nachhaltige Erholung der drei großen Segmente – also Container-Schiffe, Bulker und Tanker – ist noch nicht in Sicht. In der Krise kann man Schnäppchen machen, allerdings ist bei dieser Strategie sehr viel Knowhow bei der Auswahl nötig. Ansonsten sind derzeit eher Exoten am Markt zu sehen. Auch bei den Schiffsfonds sollten Anleger sehr kritisch hinterfragen, wieviel Erfahrung der Initiator in diesem Segment besitzt.

Weiterführende Links:

www.hsh-nordbank.de/de/research_2/branchenstudien_1/shipping_1/publikationshippingbersicht.jsp
de.wikipedia.org/wiki/Schiffsfonds

Hier finden Sie alle Schifffonds

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